Diese Pokerarten solltest du kennen


Ob im Casino oder mit den Freunden daheim – Poker hat wohl jeder schon einmal ausprobiert. Doch Poker ist nicht gleich Poker: Es gibt unzählige Varianten des Kartenspiels. Die meisten kann man jedoch in die Kategorien Hold’em, Stud und Draw einteilen. Unterschieden werden diese in erster Linie durch die Art, wie man seine Karten erhält. In diesem Beitrag erklären wir dir die wichtigsten Poker Varianten.


Der Klassiker: Texas Hold’em

Texas Hold’em ist die bekannteste Pokerart und für Anfänger am einfachsten zu lernen. Zu Beginn erhält jeder der maximal 23 Mitspieler zwei Karten auf die Hand („Hole Cards“). Diese Karten hält er verdeckt. Der Dealer legt anschließend fünf Karten offen auf den Tisch, die sogenannten „Community Cards“ – erst drei, dann pro Runde jeweils eine neue. Die Spieler versuchen, ein möglichst hohes Blatt aus fünf Karten zu bilden, denn das höchste Blatt gewinnt den Pot. Ob sie dafür keine, eine oder zwei ihrer Handkarten verwenden, bleibt ihnen überlassen. 

 

In jeder Runde müssen sich die Spieler entscheiden, ob sie denselben Einsatz machen („Bet“), schieben („Check“), ihren Einsatz erhöhen („Raise“) oder passen („Fold“). Dabei orientieren sie sich jeweils an der Aktion des Vorgängers. Das Limit gibt vor, wie hoch die einzelnen Einsätze sein dürfen: kein Limit („no limit“), fester Betrag („fixed limit“) oder der gesamte Pot („pot limit“).


Omaha Hold’em oder Omaha High

Omaha Hold’em ist eine abgewandelte Form von Texas Hold’em. Hier bekommt jeder der maximal zehn Spieler vier statt zwei Karten auf die Hand, die er mit den fünf gemeinschaftlichen Karten zu einer möglichst guten Hand kombinieren muss. Dafür muss er jedoch immer zwei Hole und drei Community Cards verwenden. Das Einsatzverfahren ist identisch mit dem bei Texas Hold’em und wird meist mit „fixed limit“ und „pot limit“ angeboten.


Omaha High / Low

Diese Pokervariante wird gerne in Europa gespielt. Grundsätzlich funktioniert sie wie Omaha Hold’em – für ebenfalls höchstens zehn Spieler –, wird jedoch oft als „split limit“ angeboten.

Was bedeutet das? Werden am Ende des Spiels die Karten der verbleibenden Mitspieler im sogenannten „Showdown“ aufgedeckt, teilen sich die beiden Spieler mit der niedrigsten und der höchsten Hand den Pot fifty-fifty. Aber: Eine niedrige Hand wird nur dann als Low akzeptiert, wenn ihre höchste Karte eine 8 ist – deswegen wird das Spiel auch „Omaha Eight or Better“ genannt. Da das As hier als 1 gewertet wird, wäre die beste Hand A-2-3-4-5. Kann niemand einen Low vorweisen, gewinnt die höchste Hand den ganzen Pot.


Easy Poker

Im Gegensatz zu den Arten von Poker, die wir oben erklärt haben, spielt man beim Easy Poker nicht gegen andere Spieler, sondern gegen die Bank, bzw. das Casino. Zu Beginn muss jeder Spieler einen Starteinsatz (sog. „Ante“) machen, erst dann gibt der Croupier pro Person drei Karten verdeckt aus. Pro Runde kann jeder Mitspieler seinen Einsatz verdoppeln oder passen. Im Lauf des Spiels werden dann zwei Community Cards aufgedeckt, die von den bis zu sieben Mitspielern jeweils als Ergänzung für ihre Hand verwendet werden müssen. Anschließend müssen alle ihr Blatt offenlegen und es wird abgerechnet.

 

Je nachdem, ob man einen Royal Flush, einen Straight Flush oder eine andere Kombination vorlegen kann, bekommt man Geld von der Bank ausbezahlt – unabhängig davon, was die anderen Spieler haben, denn jeder spielt für sich allein.


Crazy Pineapple High / Low oder Crazy Pineapple Eight or Better

Bei Crazy Pineapple High / Low bekommt man am Anfang drei Karten. Genauso wie bei Texas Hold’em legt man jeweils seinen Einsatz fest. Nachdem drei Community Cards aufgedeckt wurden, muss man jedoch eine seiner Hole Cards ablegen und darf sie nicht mehr verwenden.

 

Danach werden die vierte und fünfte Gemeinschaftskarte aufgedeckt und man muss wieder ein möglichst hohes Blatt aus fünf Karten bilden – mit oder ohne den eigenen Karten. Wie bei Omaha High / Low wird der Pot beim Showdown gesplittet, sodass die beiden Spieler mit dem höchsten und niedrigsten Blatt gewinnen.

Five Card Draw

Diese Poker Variante kennst du vielleicht aus alten Western-Filmen: Zu Beginn zahlt jeder sein Ante in den Pot ein. Dann erhält jeder der maximal sieben Spieler fünf Karten auf die Hand. Nachdem jeder seinen Einsatz getroffen hat, erfolgt der Kartentausch („Draw“). Je nach Vereinbarung kann man bis zu drei oder vier Karten ablegen und erhält neue dafür. Es gibt in dieser Pokerart keine Gemeinschaftskarten, man muss mit den eigenen Karten arbeiten. Nun wird erneut gewettet, in der Regel mit verdoppeltem Einsatz – anschließend kommt es zum Showdown. Die höchste Hand gewinnt den Pot.


Ace to Five Triple Draw

Wie beim Five Card Draw geht es auch hier darum, durch Tauschen ein möglichst optimales Blatt zu erhalten. Wie der Name Ace to Five schon sagt, geht es um eine niedrige Hand, im besten Fall A-2-3-4-5.

 

Wichtig: Straßen und Flushes zählen dabei nicht. Die bis zu sechs Spieler bekommen zu Beginn fünf Karten, können sie aber bis zu drei Mal komplett austauschen – oder eben gar nicht, wenn sie bereits sehr niedrige Karten haben. Beim Showdown räumt die niedrigste Hand den Pot ab.


Deuce to Seven Triple Draw

Deuce to Seven Triple Draw funktioniert fast genauso wie Ace to Five Triple Draw – mit einem wichtigen Unterschied: Straßen und Flushes zählen und das As ist immer hoch. Somit ist die niedrigste Hand 2-3-4-5-7. Auch hier gibt es drei Setzrunden, man kann seine Hand drei Mal austauschen und am Ende holt sich die niedrigste Hand den Pot.


Seven Card Stud

Stud Games sind Poker Spielarten, bei denen man Hole Cards und offene Karten erhält. Beim Seven Card Stud muss vorab jeder der bis zu acht Spieler einen Ante einsetzen. Anschließend bekommt jeder zwei verdeckte und eine offene Karte zugeteilt. Wer die niedrigste offene Karte vorliegen hat, beginnt mit der Wette. Bei Karten der gleichen Zahl entscheidet die Farbe: Kreuz ist die niedrigste, dann folgen Karo, Herz und Pik. 

 

Nach der ersten Wettrunde erhält jeder Mitspieler eine zweite offene Karte. Dessen Karte die höchste ist, darf nun die Setzrunde starten. Es folgen weitere Runden bis zum Showdown – dann haben alle verbliebenen Spieler drei verdeckte und vier offene Karten vor sich liegen.

 

Sollten alle bis zum Schluss mit dabei sein, wird die letzte Karte offen in die Tischmitte gelegt. Derjenige, der in der letzten Wettrunde als Letzter erhöht hat, oder, falls niemand erhöht hat, derjenige, der in der letzten Wettrunde als Erster gesetzt hat, oder falls auch das nicht der Fall war, derjenige, der in der letzten Wettrunde als Erster gesprochen hat, darf sein Blatt offenlegen. Der Croupier stellt aus dieser Hand die beste Kombination aus fünf Karten zusammen. Die restlichen Spieler können nacheinander ebenfalls aufdecken und versuchen, zu überbieten. Die höchste Hand holt sich den Pot.


Seven Card Stud High / Low oder Stud Eight or Better

Das Prinzip ist identisch mit Seven Card Stud – nur die Gewinnverteilung ist eine andere. Analog zum Omaha High / Low teilen sich die Spieler mit der höchsten und der niedrigsten Hand am Ende den Pot. Sind am Ende noch mehrere Personen im Spiel, legt derjenige sein Blatt zuerst offen, der den letzten Einsatz oder die letzte Erhöhung getätigt hat. Gab es in der letzten Runde keinen Einsatz, deckt der Spieler zuerst seine Karten auf, der zuerst gecheckt hat. Dann folgen die Hände im Uhrzeigersinn nacheinander. Seven Card Stud High / Low wird auch Stud Eight or Better genannt: Wer die niedrigste Hand vorzeigen will, darf bei fünf Karten ohne Paar maximal eine 8 vorlegen – kann das niemand, geht der Pot komplett an die höchste Hand. Bei identischen Händen wird der Pot entsprechend aufgeteilt.


Seven Card Razz oder Seven Card Stud Low

Das Spielprinzip ist auch hier dasselbe wie beim klassischen Seven Card Stud, mit zwei Unterschieden: Beim Razz holt sich der Spieler den Gewinn, der die niedrigste Hand vorlegen kann. Im Gegensatz zu den beschriebenen High / Low-Pokerarten gilt hier nicht „Eight or Better“. Das bedeutet, man kann auch mit einer Karte, die höher als die 8 ist, das niedrigste Blatt haben. Ein weiterer Unterschied ist: Derjenige Spieler, der in der ersten Runde die höchste offene Karte bekommt, darf als Erster setzen.


H.O.R.S.E. – mehrere Poker Arten kombiniert

H.O.R.S.E. ist eine Kombination von fünf Poker Arten. Die Spieler wechseln nach jeder Runde die Variante, in folgender Reihe:

 

H – Hold'em

O – Omaha High / Low

R – Razz (Seven Card Stud Low)

S – Stud (Seven Card Stud High)

E – Eight-or-better (Seven Card Stud High / Low)

 

H.O.R.S.E. wird häufig in großen Cashgames in Casinos gespielt. Der Wechsel soll verhindern, dass Spieler, die Spezialisten in einer der Poker Varianten sind, einen Vorteil gegenüber den anderen bekommen. Außerdem wird jede Pokerart mit einem „fixed limit“ gespielt – dies erleichtert auch Anfängern einen risikoarmen Einstieg.


Dir brummt nun der Kopf von dieser Poker Erklärung? Dann fang doch etwas kleiner an: In diesem Blogbeitrag erklären wir dir alles Wichtige zu Kartenspielen. Gleich reinlesen!


28. Oktober 2019, 16:30 Uhr

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